Spezialfall ZP-Pass - ZONA PROTECTA

Spezialfall ZP-b2 Pass (Feuerbrand - Erwinia amylovora)

Für eine Lieferung in ein so genanntes Schutzgebiet in Bezug auf Feuerbrand, muss ein so genannter ZP-b2 Pass (ZP = ZONA PROTECTA) ausgestellt werden. Der ZP-Pass unterscheidet sich durch den zusätzlichen Aufdruck ZP-b2 vom normalen Pflanzenpass. Dabei ist folgendes zu beachten:

  • Ab 15. November 2009 gehört nur noch der Kanton Wallis zum Feuerbrand-Schutzgebiet.
  • Das Schutzgebiet wird jährlich auf Grund der Befallsituation angepasst. Details über das jeweils geltende Feuerbrand-Schutzgebiet finden Sie unter: www.feuerbrand.ch -> Feuerbrand: Schutz- und Nichtschutzgebiet
  • Aus einem Nicht-Schutzgebiet aus dem In- sowie Ausland dürfen keine Feuerbrand-Wirtspflanzen in das oben definierte Schutzgebiet geliefert werden. Ausgenommen ist Pflanzenmaterial mit Herkunft aus einer Baumschule mit dem Status Pflanzenpass ZONA PROTECTA (ZP-b2).
  • ZP-Pässe erhalten nur Betriebe, die im Schutzgebiet oder in einer Sicherheitszone liegen.
  • ZP-Pässe können ausgestellt werden von:
    • Betrieben im Schutzgebiet bei Lieferungen von Feuerbrand-Wirtspflanzen
    • Betrieben in einer vom Eidg. Pflanzenschutzdienst anerkannten Sicherheitszone für Lieferungen von Feuerbrand-Wirtspflanzen an einen Betrieb in einem Schutzgebiet oder in einer anderen Sicherheitszone
  • Betriebe in einer Sicherheitszone können Feuerbrand-Wirtspflanzen mit einem ZP-Pass weiterverkaufen, nur wenn diese mit einem ZP-Pass zugekauft wurden.
  • Weitere Details entnehmen Sie dem Merkblatt Nr. 9 des BLW 'Sicherheitszonen bezüglich Feuerbrand' 

Hinweis des Bundesamtes für Landwirtschaft: Im Schutzgebiet ist der ZP-b2 Pass ebenfalls erforderlich, wenn Feuerbrand-Wirtspflanzen an nicht-gewerbliche Endverbraucher verkauft werden. Die betroffenen Betriebe können zu diesem Zweck die Pflanzenpässe verwenden, welche sie von ihrem Zulieferer bekommen haben, besonders, wenn der Pflanzenpass auf der Etikette ist.

Sicherheitszonen sind spezielle Zonen (mind. 50 km²) um Baumschulen im Nicht-Schutzgebiet (Wallis), die als frei von Feuerbrand gelten und einer erhöhten Überwachung unterstehen. Bei Beantragung einer Sicherheitszone findet zusätzlich zur ordentlichen Pflanzenpasskontrolle, im August/September auf den betreffenden Parzellen eine 2. Kontrolle, sowie eine Umgebungskontrolle im Umkreis von 500m um diese Parzellen, statt. Wird in solchen Parzellen oder in ihrer Umgebung Feuerbrand festgestellt, wird der Status Sicherheitszone mindestens bis Ende der Vegetationsperiode des folgenden Jahres entzogen.

Die Ausscheidung einer Sicherheitszone ZP-b2 muss bei den zuständigen Behörden beantragt werden. Die für eine Sicherheitszone in Frage kommenden Parzellen müssen 2 Vegetationsperioden vor deren Anerkennung (vor-) angemeldet werden (=Vorankündigung). Ein Jahr nach der Vorankündigung - d.h. vor Beginn der Vegetationsperiode ist die Anmeldung zu bestätigen (=Antrag). Antragsformulare sind beim Eidg. Pflanzenschutzdienst, BLW erhältlich:
Tel.: 058 462 25 50
Fax: 058 462 26 34
E-Mail: phytblwdmnch
Ausgefüllte Antragsformulare sind Concerplant zu senden und werden von dort an die zuständige Behörde weitergeleitet.

Die zuständigen Behörden von Bund und Kanton beurteilen den Antrag und fällen bis Mitte Juni einen Vorentscheid. Der definitive Entscheid wird erst nach erfolgten Pflanzenpasskontrollen und nachgewiesener Feuerbrandfreiheit während zwei Vegetationsperioden durch die Behörden des Bundes mitgeteilt.

Sie erhalten hier die aktuelle Liste von Betrieben mit anerkannten Parzellen mit Sicherheitszonen ZP-b2, gültig von Oktober 2017 bis September 2018, sowie den Baumschulen im Schutzgebiet.

Betriebe, die nicht im Schutzgebiet oder in einer Sicherheitszone liegen, stellen normale Pflanzenpässe aus. Sie dürfen keine ZP-b2 Pässe ausstellen und entsprechend auch keine Ware ins Schutzgebiet liefern. Für Exportanforderungen wende man sich an den Eidg. Pflanzenschutzdienst.

Spezialfall ZP-d4 Pass (Goldgelbe Vergilbung - Flavescence dorée)

Die Goldgelbe Vergilbung (Flavescence dorée) ist eine nicht direkt bekämpfbare Krankheit an Reben (Vitis). Die Krankheit ist meldepflichtig (Quarantäneorganismus) und es gilt die allgemeine Pflanzenpasspflicht. Für eine Lieferung von Vitis in ein so genanntes Schutzgebiet, muss ein ZP-d4 Pass (ZP = Zona Protecta) ausgestellt werden. Der ZP-Pass unterscheidet sich durch den zusätzlichen Aufdruck ZP-d4 vom normalen Pflanzenpass. Dabei ist folgendes zu beachten:

  • Die Schweiz gilt als Schutzgebiet für Flavescence dorée mit Ausnahme des Tessins und Misox. Alle Produktionsbetriebe von Vitis, die sich im Schutzgebiet befinden, müssen ZP-d4 Pflanzenpässe ausstellen, wenn sich Vitis in einer Pflanzenlieferung befinden.
    Das Schutzgebiet wird jährlich auf Grund der Befallsituation angepasst. Informationen finden Sie unter: www.flavescencedoree.ch
  • Aus einem Nicht-Schutzgebiet aus dem In- sowie Ausland dürfen keine Vitis in das oben definierte Schutzgebiet geliefert werden. Ausgenommen ist Pflanzenmaterial mit Herkunft aus einer Baumschule mit dem Status Pflanzenpass ZONA PROTECTA (ZP-d4). Im Tessin und Misox können ggf. spezielle Heisswasserbehandlungen eingesetzt werden um Pflanzenmaterial liefern zu können.

Concerplant Bahnhofstrasse 94 5000 Aarau T 044 388 53 27 F 044 388 53 40 nfcncrplntch