Xylella fastidosa

Das Bakterium Xylella fastidiosa wird als prioritärer Quarantäneorganismus eingestuft. Ein Verdachtsfall muss so schnell wie möglich dem zuständigen kantonalen Pflanzenschutzdienst gemeldet werden (Dokument Stand 1. März 2020). 

Xylella fastidiosa ist weltweit eines der gefährlichsten Bakterien für zahlreiche Pflanzen mit beträchtlichen wirtschaftlichen Auswirkungen für die Landwirtschaft, den produzierenden Gartenbau, Grünanlagen und die Umwelt.

Der Import von Kaffeepflanzen aus Costa Rica und Honduras ist verboten, gem. Dringlichkeitsmassnahmen VvPM (Verordnung des BLW über die vorübergehenden Pflanzenschutzmassnahmen vom 15. Okt. 2014), bezüglich Xylella fastidiosa.

Wirtspflanzen

Das Wirtspflanzenspektrum von Xylella fastidiosa, umfasst mehr 350 Pflanzenarten. 

Auf der «kurzen Liste» (Stand 1.7.2019) finden Sie die Pflanzen, die in der Europäischen Union und in der Schweiz als Wirtspflanzen gelten und im Rahmen der Pflanzenpass-Kontrollen visuell kontrolliert werden, siehe unten. Bereits seit 2016 gilt die Pflanzenpasspflicht für Produktionsbetriebe in der Schweiz und der EU.

 Routineprobennahmen bei Pflanzenpasskontrollen

Bei 5 besonders sensiblen Wirtspflanzen von Xylella fastidiosa werden im Rahmen der Pflanzenpasskontrollen, Pflanzen ohne Symptome routinemässig beprobt und zur Analyse an ein spezialisiertes Labor geschickt.
Es handelt sich um folgende Wirtspflanzen:

  • Coffea, Lavandula dentata, Nerium oleander, Olea europaea, Polygala myrtifolia und Prunus dulcis

Symptome

Das Bakterium verursacht Austrocknungs- und Welkeerscheinungen. In gewissen Fällen bildet sich ein gelber Hof um die vertrockneten Stellen. Zunächst sind junge Austriebe betroffen, später trocknen ganze Zweige und Äste aus. Es kommt oft zu Verwechslungen da viele dieser Symptome auch durch andere Faktoren (Trockenheit, Hitzestress etc.) ausgelöst werden können.
Es gibt auch Pflanzenarten, die trotz Befall keine Symptome zeigen!

Verbreitung

Über kurze Distanzen wird das Bakterium durch Xylem-saugende Insekten, vor allem Zikaden von einer Pflanze auf die andere übertragen.
Die grösste Gefahr für die Ausbreitung der Krankheit geht durch den Handel mit infiziertem Pflanzenmaterial, in kurzer Zeit und über grosse Distanzen, aus.
Eine etwas geringe Gefahr geht durch die Einschleppung von infizierten Zikaden aus.

Es ist von grösster Wichtigkeit, dass sich das Bakterium nicht in der natürlichen Vegetation ansiedelt, da dies sonst als ständiger Infektionsherd für Kulturpflanzen dient. Hat sich das Bakterium einmal etabliert, ist eine Ausrottung kaum mehr möglich. 

Vorkommen

In Europa tritt die Krankheit bisher in Italien, Frankreich, Spanien und Portugal auf und breitet sich weiter aus. In der Schweiz wurde das Bakterium im Jahr 2015 mit Kaffeepflanzen aus Mittelamerika eingeschleppt. Die Etablierung und Verschleppung der Bakterien konnte erfolgreich verhindert werden.

Weitere europäische Länder, darunter Deutschland waren ebenfalls erfolgreich bei der Bekämpfung von Einzelherden des Bakteriums.

Downloads und Links, Bildmaterial

www.xylella.ch: Aktuelle Informationen und Merkblätter des BLW

Merkblatt Nr. 18: Anforderungen für die Produktion von Wirtspflanzen von Xylella fastidiosa

Merkblatt Nr. 60: Das Feuerbakterium - Xylella fastidiosa, Agroscope, Stand  2018

Kurze Liste der Wirtspflanzen von Xylella fastidiosa, Stand 1.7.2019

Aktuelle Verbreitung, Fotomaterial, Wirtspflanzen (Webseite nur englisch)
www.eppo.org


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