Spezialfall Schutzgebiet-Pflanzenpass ERWIAM

Pflanzenpass für die Lieferung in ein Schutzgebiet für Feuerbrand - Erwinia amylovora

Für eine Lieferung in ein so genanntes Schutzgebiet in Bezug auf Feuerbrand, muss ein so genannter Schutzgebiet-Pflanzenpass ausgestellt werden. Der Schutzgebiet Pflanzenpass unterscheidet sich durch den zusätzlichen Aufdruck des Schadorganismus vom normalen Pflanzenpass. Dabei ist folgendes zu beachten:

  • Ab 15. November 2009 gehört nur noch der Kanton Wallis zum Feuerbrand-Schutzgebiet.
  • Das Schutzgebiet wird jährlich auf Grund der Befallsituation angepasst. Details über das jeweils geltende Feuerbrand-Schutzgebiet finden Sie unter: www.feuerbrand.ch.
  • Aus einem Nicht-Schutzgebiet aus dem In- sowie Ausland dürfen keine Feuerbrand-Wirtspflanzen in das oben definierte Schutzgebiet geliefert werden. Ausgenommen ist Pflanzenmaterial mit Herkunft aus einer Baumschule mit dem Status Pflanzenpass für Schutzgebiet ERWIAM.
  • Schutzgebiet-Pflanzenpässe können ausgestellt werden von:
  1. registrierten Betrieben im Schutzgebiet bei Lieferungen von Feuerbrand-Wirtspflanzen
  2. registrierten Betrieben in einer vom Eidg. Pflanzenschutzdienst anerkannten Sicherheitszone für Lieferungen von Feuerbrand-Wirtspflanzen an einen Betrieb in einem Schutzgebiet oder in einer anderen Sicherheitszone
  • Betriebe in einer Sicherheitszone können Feuerbrand-Wirtspflanzen mit einem Schutzgebiet-Pflanzenpass weiterverkaufen, nur wenn diese mit einem Schutzgebiet-Pflanzenpass zugekauft wurden.
  • Zu beachten ist, dass der Anbau von Cotoneaster und Photinia davidiana in der Schweiz weiterhin verboten bleibt.

Weitere Details entnehmen Sie der Richtlinie Nr. 3 des BLW "Überwachung und Bekämpfung von Feuerbrand (Erwinia amylovora)", in Kraft seit 1.1.2020.  

Muster eines Schutzgebiet Pflanzenpasses:

Muster eines Schutzgebiet Pflanzenpasses

Hinweis des Bundesamtes für Landwirtschaft: Im Schutzgebiet ist der Schutzgebiet-Pflanzenpass ebenfalls erforderlich, wenn Feuerbrand-Wirtspflanzen an nicht-gewerbliche Endverbraucher verkauft werden. Die betroffenen Betriebe können zu diesem Zweck die Pflanzenpass-Etiketten verwenden, welche sie von ihrem Zulieferer bekommen haben.

Sicherheitszonen für Feuerbrand

Sicherheitszonen sind spezielle Zonen (mind. 50 km²) um Baumschulen im Nicht-Schutzgebiet, die als frei von Feuerbrand gelten und einer erhöhten Überwachung unterstehen. Bei Beantragung einer Sicherheitszone findet zusätzlich zur ordentlichen Pflanzenpasskontrolle, im August/September auf den betreffenden Parzellen eine 2. Kontrolle, sowie eine Umgebungskontrolle im Umkreis von 500m um diese Parzellen, statt. Wird in solchen Parzellen oder in ihrer Umgebung Feuerbrand festgestellt, wird der Status Sicherheitszone mindestens bis Ende der Vegetationsperiode des folgenden Jahres entzogen. Merkblatt Nr. 9 des BLW, Sicherheitszonen bezüglich Feuerbrand

Die Ausscheidung einer Sicherheitszone für Feuerbrand muss bei den zuständigen Behörden beantragt werden. Die für eine Sicherheitszone in Frage kommenden Parzellen müssen 2 Vegetationsperioden vor deren Anerkennung (vor-) angemeldet werden (=Vorankündigung). Ein Jahr nach der Vorankündigung - d.h. vor Beginn der Vegetationsperiode ist die Anmeldung zu bestätigen (=Antrag). Der Antrag erfolgt über die Informatikanwendung "CePa" des Bundesamts für Landwirtschaft.  

Die zuständigen Behörden von Bund und Kanton beurteilen den Antrag und fällen bis Mitte Juni einen Vorentscheid. Der definitive Entscheid wird erst nach erfolgten Pflanzenpasskontrollen und nachgewiesener Feuerbrandfreiheit während zwei Vegetationsperioden durch die Behörden des Bundes mitgeteilt.

Sie erhalten hier die aktuelle Liste von Betrieben mit anerkannten Parzellen mit Sicherheitszonen für Feuerbrand, gültig von Oktober 2020 bis September 2021 sowie den Baumschulen im Schutzgebiet.

Betriebe, die nicht im Schutzgebiet oder in einer Sicherheitszone liegen, stellen normale Pflanzenpässe aus. Sie dürfen keine Schutzgebiet-Pflanzenpässe ausstellen und entsprechend auch keine Ware ins Schutzgebiet liefern. Für Exportanforderungen wende man sich an den Eidg. Pflanzenschutzdienst.

Feuerbrand-Management

Das Feuerbrand-Bakterium kann in der Schweiz nicht mehr getilgt werden. Daher wird man mit dem Feuerbrand leben müssen.

Damit eine wirtschaftliche Kernobstproduktion weiterhin möglich ist, braucht es eine Fokussierung auf Feuerbrand-Schutzgebiete und Gebiete mit geringer Prävalenz sowie die Umsetzung begleitender Massnahmen. In einem Gebiet mit geringer Prävalenz wird die Häufigkeit des Auftretens von Feuerbrand auf Wirtspflanzen (Prävalenz) gering gehalten. Die Kantonalen Pflanzenschutzdienste bestimmen diese Gebiete in Absprache mit dem Bundesamt für Landwirtschaft. Für Gebiete mit geringer Prävalenz sind Baumschulen, Erwerbsobstanlagen und wertvolle Wirtspflanzenbestände prädestiniert. 

Zu einem wirksamen Feuerbrand-Management gehören:

  • Die Überwachung und Sanierung von Feuerbrand
  • Die Umsetzung der kantonalen Vorgaben
  • Das Entfernen von Nachzüglerblüten
  • Die Beachtung der Hygienemassnahmen
  • Die Interpretation der Blüteninfektionsprognosen
  • Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln

Merkblatt der Forschungsanstalt Agroscope: Bausteine des erfolgreichen Feuerbrand-Managements - Hygiene, Überwachung, Sanierung

www.feuerbrand.ch

Concerplant Bahnhofstrasse 94 5000 Aarau T 044 388 53 27 F 044 388 53 40 nfcncrplntch